150 Jahre Schweizerische Offiziersgesellschaft

Hier herrschen Eintracht, Frohsinn, Heiterkeit

Der Höhepunkt im Vereinsjahr der Offiziersgesellschaft Uri ist seit alters her die Generalversammlung. Wo heitere Kameradschaft gelebt und spannende Referate gehalten werden, lässt man sich gern nieder.

«Offiziere beider Kantone versammelten sich zahlreich und gründeten einen Offiziersverein, dessen Aufgabe die bessere und innigere Verbrüderung, so wie die Belehrung und Ausbildung in militärischen Kenntnissen, sein wird. Das Mittagsmahl ward durch Eintracht, Frohsinn und Heiterkeit gewürzt und durch passende Trinksprüche und schönen Männergesang belebt.» So wurde die Gründung des Offiziersvereins Zug/Uri vor über 160 Jahren in der Zeitung «Freier Schweizer» beschrieben. Das Mittagsmahl mit Eintracht, Frohsinn, Heiterkeit, Trinksprüchen und Männergesang hatte dem Berichterstatter anscheinend mächtig Eindruck gemacht. Würde er heute den historischen Nachläufer dieser Gründungsversammlung besuchen, die Generalversammlung der Offiziersgesellschaft Uri, dann wäre der Eindruck vermutlich noch immer der gleiche. Denn dort herrschen auch in unseren Tagen Eintracht, Frohsinn und Heiterkeit wie eh und je. Nur der Männergesang und die Trinksprüche sind im Lauf der Zeit abgelöst worden: ersterer durch Blasmusik, letztere durch ein Referat.

Helikopter kaputt: Schmid blieb länger

Wer an der Generalversammlung der Offiziersgesellschaft Uri referiert, gehört zur Spitze der militärischen, politischen und wirtschaftlichen Schweiz. So hat es sich im Lande Uri eingebürgert. Beispiele aus den letzten Jahren gefällig? Arthur Liener kam als Generalstabschef, Adolf Ogi als Bundesrat, Franz Steinegger als «Katastrophenfranz», Christophe Keckeis als Chef der Armee, Samuel Schmid als Bundesrat und - zuletzt - Thomas Held als Direktor von Avenir Suisse. Zum Dank für Ihren Besuch in Uri erhalten die Referenten jeweils einen prächtigen Bergkristall aus der Herzkammer der Schweiz: vom Gotthard.

Mit einem solchen Stück unter dem Arm verabschiedete sich im Jahr 2006, nach einem Referat zum Thema «Armee im Wandel», auch Samuel Schmid, und zwar von der 150. Generalversammlung der Offiziersgesellschaft Uri. Doch dann versagte der Helikopter, der ihn von Altdorf zurück nach Bern hätte fliegen sollen, beim Start den Dienst. So tauchte der Schweizer Verteidigungsminister wenig später unversehens wieder im Kreis der Urner Offiziere auf, um mit ihnen und den zahlreichen Ehrengästen zu speisen und die 150. Generalversammlung würdig zu beschliessen - in Eintracht, Frohsinn und Heiterkeit.

«Wie zu Hause»

Überhaupt die Ehrengäste! Es gehört zur Tradition der Offiziersgesellschaft Uri, dass an der Generalversammlung auf jedes ordentliche Mitglied mindestens ein Ehrengast kommt. Zu diesen geladenen Gästen (Frauen erhalten je ein Damengeschenk) zählen nicht nur die Spitzen der Urner Gesellschaft, sondern auch alle aktiven und ehemaligen Kommandanten der regionalen militärischen Verbände. Das zweitletzte Wort vor dem Schlusswort des Präsidenten gebührt dann dem Urner Sicherheitsdirektor. Im Jahr 2007 war das Regierungsrat Josef Dittli, bis vor wenigen Jahren selber Präsident der Offiziersgesellschaft Uri. Er überbrachte die Grüsse der Regierung und meinte: «Die Offiziersgesellschaft Uri ist ein gut funktionierender Verein. Hier fühle ich mich immer wie zu Hause, hier ist es mir ganz heimatlich zumute.» Kein Wunder, blieb auch Dittli bis zum letzten Mann - in Eintracht, Frohsinn und Heiterkeit.